*Frust & Cappucinn(o)a*
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mein Beruf

im alter ganz allein

einsam verlassen im alter ganz allein.
ich frag mich ist das gerecht?
muss das so sein?

das ganze leben geschuftet geplagt
niemals verzweifelt niemals geklagt.
von früh bis spät in der nacht
am Krankenbett der Kinder gewacht.

gestrickt gestopft genäht und geflickt
und alle ordentlich zur schule geschickt.

zum weihnachtsfeste
gab`s für die Kinder nur das allerbeste.
gewaschen gebügelt gekocht
geschrubbt und geputzt
doch das alles hat rein gar nichts genutzt.

Nun sind wir alt und grau geworden,
und tragen ganz allein die last unsrer sorgen.
keiner hat zeit keiner ruft an
wer weiß wie das noch enden kann.
17.4.08 01:42


Hören Sie mir zu, Schwester


Ich war hungrig und konnte nicht ohne Hilfe essen,

Sie stellten mein Tablett außer Reichweite auf einen Bettisch.

Dann diskutierten Sie in einer Pflegebesprechung

über die Erfordernisse meiner Ernährung.

-

Ich war durstig und hilflos.

Sie aber vergaßen, dafür zu sorgen, dass meine

Wasserkaraffe frisch gefüllt wurde.

Später vermerkten Sie im Bericht, dass ich zu trinken abgelehnt hätte.

-

Ich war einsam und fürchtete mich.

Sie aber ließen mich allein, weil ich so kooperativ war

und niemals um etwas bat.

-

Ich war, was man ein Pflegeproblem nennt, und

Sie diskutierten die theoretischen Grundlagen meiner Erkrankung.

Und doch sahen Sie mich eigentlich gar nicht.

-

Man glaubte, ich liege im Sterben, und da Sie meinten,

ich könnte nichts mehr hören, sagten Sie,

Sie hofften, ich würde nicht sterben, bevor Sie Ihr Tagewerk beendet hätten,

da Sie vor Ihrer Verabredung am Abend noch zum

Schönheitssalon müßten.

-

Sie scheinen so gut ausgebildet, so redegewandt und

so überaus sauber in Ihrer flecken- und faltenlosen Tracht.

Und wenn ich spreche, scheinen Sie hinzuhören,

aber Sie hören mich nicht.

Helfen Sie mir, sorgen Sie sich um das, was mir geschieht.

-

Ich bin so müde, so einsam und fürchte mich so sehr.

Sprechen Sie zu mir - seien Sie mir nah - nehmen Sie meine Hand.

Lassen Sie das, was mir geschieht, auch Ihr Anliegen sein.

-

Bitte, Schwester, hören Sie mir zu!

17.4.08 01:40


Früh am Morgen, hoppla,hopp,
kommt die Schwester im Galopp
und setzt mich erst mal auf den Topp.
Sie ruft:"Schnell, schnell jetzt in die Socken,
Sie können da ja nicht ewig hocken,
ich habe schließlich wenig Zeit,
denn wir sind nur zu zweit!"

Hoch vom Topp und fix ans Becken.
Beim Waschen alle Glieder recken,
schnell in den Mund das Gebiss,
auch wenn es das vom Nachbarn ist.
Der Rock, die Bluse, der Schlüpfer,
ich beweg mich wie ein junger Hüpfer.
Das Haar wird heute nicht gekämmt?
Wieso? Ach, ich weiß bescheid:
Sie sind heute nur zu zweit!! Keine Zeit!!

Ab zum Frühstück, ach wie gut
so ein kalter Kaffee tut.
Sehr gesund so ein flüssig Ei,
vermischt mit Morgenbrei.
Diät steht auf der Marmelade drauf, ist mir
egal, ich krieg sie eh nicht auf.
Hart wie Stein ist die Butter und bei meinem
Körnerfutter
hat schon jemand nachgeschaut
und die Rosinen draus geklaut.
Hätte man die Säge nicht vergessen,
könnte ich wenigstens mein Brötchen essen!!
Also schlürf ich meinen Tee, ach nee,
Ich glaub, es ist Kaffee oder Saft?
Das hat mich jetzt alles geschafft -
ich möchte gerne in mein Bett und ruf die
Schwester, frage nett:
" Ob Sie so freundlich wäre, und..."
Sie ruft:"Ach halten Sie den Mund!!
Ich habe keine Zeit -
wir sind heute nur zu zweit!!"

Also, nix mit Bett - was kann ich machen?
Jetzt weiß ich - ich kann basteln ein paar
schöne Sachen!
Das ist eine gute Idee.
Ich steh auf und geh
in den Bereich dafür
und steh vor geschlossener Tür.
Auf dem Schild da kann ich lesen:
" Wir basteln, wir malen, sind allzeit bereit -
Aber nicht heute, denn heute sind wir nur zu
zweit - Keine Zeit, tut uns leid!!"

Der nette Mann vom Nachbartisch
bot mir an, ganz fürsorglich,
mich zu fahren in mein Bett.
Ich find, das war furchtbar nett
und nach 15 Runden
hatten wir es dann endlich gefunden.
Für mich hat es sich gelohnt,
weiß ich doch jetzt, wie man hier wohnt
Ins Bett und schnell eingepennt,
bis jemand durch mein Zimmer rennt.
Die Schwester ruft:"Nun stehen Sie auf, es
gibt Abendessen!"
Ich frag:"Und mein Mittagessen?"
" Ach, da hab ich Sie leider vergessen.
Tut mir leid, wir waren heute nur zu zweit!!"

Der Tag geht zu Ende, ich ich begab mich ins Bett.
Da war ich zwar den ganzen Tag schon,
aber hier ist es richtig nett.
Jetzt werde ich etwas ausruhen.
Hab meinen Nachtschrank etwas geordnet,
man muss ja was tun.
Und freu mich schon auf Morgen,
denn es gibt da ja einen Mann,
der hat mir heute schon viel gutes getan.
Ich werde ihn bitten, mit mir Morgen noch
mal zu gehen,
denn so manches Zimmer hab ich ja noch nicht gesehen!

Hinein in meinen schönsten Gedanken,
sehe ich die Nachtschwester wanken.
Sie fragt halb tot vor Müdigkeit:
Ob für die Nacht sei alles bereit?
Und torkelt müd aus dem Zimmer.
Keinen wunderts, denn es ist wie immer.
Ich ruf:"Ich hätte bitte, bitte noch etwas zu
Trinken!"
versuch es mit Winken.
Und das Licht aus,
trüb schauen mich zwei gerötete Augen an,
eine Stimme dringt an mein Ohr:
" Tut mir leid, keine Zeit, vieleicht Morgen,
da sind wir zu zweit!!"

So liege ich nun mit meinen Sorgen,
Licht an und allein.
Aber man soll ja nicht undankbar sein.
Es gibt Menschen, die haben nicht mal ein Bett,
und eigentlich sind ja alle ganz nett.
Sie haben leider nicht viel Zeit,
denn sie sind immer nur zu zweit.

Ich werde in meinem nächsten Leben
mehr in den Klingelbeutel geben,
damit der Herrgott an mich denkt
und mir mehr Pflegekräfte schenkt.

17.4.08 01:39





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